Der Sommer erreicht seinen Höhepunkt und schenkt uns die erste Ernte. Lughnasadh erinnert daran, dankbar für die Gaben der Natur zu sein – und daran, dass jeder Neuanfang oft mit einem mutigen Schnitt beginnt.
🌾 Der Sommer in seiner Fülle
Wenn ich Anfang August an den Kornfeldern vorbeigehe, weiß ich, dass der Sommer seinen Höhepunkt erreicht hat. Die Felder leuchten golden, die ersten Erntemaschinen sind unterwegs und langsam kündigt sich bereits der Herbst an.
Die Sonne wirkt jetzt nicht mehr so grell wie noch im Juni. Ihr Licht ist wärmer geworden und taucht die Landschaft in ein sanftes Gold. In unserem Garten leuchten die Schlangengurken in einem kräftigen Grün und die Tomaten in einem satten Rot. Sie warten darauf, geerntet zu werden, und überall liegt der angenehme Duft der Pflanzen in der warmen Sommerluft.
Die Lavendelpflanzen stehen in voller Blüte und duften angenehm. Die frisch geerntete Pfefferminze duftet kräftig und erfrischend.
🌿 Goldene Felder und geheimnisvolle Maiswege
Ich genieße Spaziergänge an den Getreidefeldern, wenn sich die Ähren sanft im Wind bewegen und das Sonnenlicht die Felder in ein warmes Gold taucht. Am Abend führen mich meine Wege oft an den hohen Maisfeldern vorbei. Ich muss gestehen, dass sie auf mich manchmal auch etwas Geheimnisvolles – fast schon Gruseliges – ausstrahlen. Wenn die Blätter im Wind aneinanderreiben und zwischen den hohen Pflanzen immer wieder Schatten entstehen, haben diese Felder ihre ganz eigene Atmosphäre.
🍞 Das Schnitterfest
Dieses Fest trägt nicht ohne Grund den Namen Schnitterfest. Anfangs klingt dieses Wort vielleicht hart, denn ein Schnitt bedeutet immer auch ein Ende. Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, desto schöner wurde dieser Gedanke für mich. Denn jeder Schnitt kann gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem sein. Ich finde in diesem Fall ein Beispiel sehr passend, und zwar die Weizenpflanze wird geerntet und scheint damit ihren Lebenszyklus zu beenden. Doch genau daraus entsteht etwas Neues. Aus den Körnern wird Mehl, aus dem Mehl ein Brot. Das Ende der Pflanze wird so zum Anfang von etwas, das uns nährt.
🧺 Kleine Rituale für Lughnasadh
Als Ritual finde ich ein schönes Sauerteigbrot zu backen sehr schön. Schon allein sich Gedanken darüber zu machen, was für ein Brot ich backen möchte, kaufe ich einen Sauerteig oder setze ich einen selber ein und verwende ihn dann. Das finde ich einfach wunderschön und wenn das Brot dann frisch gebacken ist und es schon so lecker duftet, man es dann anschneidet und die erste warme Schnitte mit Butter bestrichen probiert. Für mich gehört genau dieser Moment zu Lughnasadh – der Duft des frisch gebackenen Brotes, die erste warme Scheibe mit Butter und die Dankbarkeit für das, was die Natur uns schenkt. Oder man in den eigenen Garten geht und sich einen kleinen Erntekorb mit frisch geernteten Sachen zusammenstellt, z. B. Gurken, Tomaten und diverse Kräuter. Dabei einfach die Düfte davon in sich aufnimmt und dankbar dafür ist. Man kann natürlich auch einfach ein paar Kräuter in seinem Garten sammeln und diese dann zum trocknen aufhängt und sich so einen Vorrat für später anlegt.
Vielleicht erinnert uns genau das daran, dankbar für die kleinen Dinge zu sein, die oft so selbstverständlich erscheinen.
🌙 Was ich aus Lughnasadh für mich mitnehme
Für mich erinnert Lughnasadh daran, dass wir manchmal einen Schnitt wagen müssen, damit etwas Neues entstehen kann. Das ist nicht immer leicht und oft gibt es scheinbar einfachere Wege. Doch manchmal braucht es genau diesen Schritt, um weiterzugehen und wieder mit sich selbst im Reinen zu sein.
Jeder Schnitt kann der Anfang von etwas Neuem sein.
Zwischen Licht und Schatten. 🌙 Dies et Nox