Ein Raum, in dem meine Gedanken leiser werden

Ich lese, um zur Ruhe zu kommen.
Um meinen Kopf zu ordnen.
Um meine Fantasie atmen zu lassen.

Manchmal ist mein Gedankenkarussell laut.
Unruhig.
Voll.

Und dann nehme ich ein Buch in die Hand.

Nicht jedes Mal gelingt es sofort.
Manchmal brauche ich ein paar Seiten, bis ich wirklich ankomme.
Aber wenn es passiert –
wenn mich eine Geschichte trägt –
dann bin ich ganz dort.

Ich sehe die Figuren vor mir.
Ich fühle mit ihnen.
Ich leide mit ihnen.
Ich hoffe mit ihnen.

Und während ich das tue,
wird es still in mir.

Es gibt Bücher, die mich aufgewühlt haben.
Kein Ort dieser Welt von Marie Döling.
Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher.

Gerade dieses Buch werde ich niemals vergessen.
Es hat etwas in mir bewegt, das noch lange nachgewirkt hat.

Und dann gibt es Geschichten,
die sich wie kleine Wegmarken anfühlen:

Die Mitternachtsbibliothek.
Morgen kommt ein neuer Himmel.
Nur einen Horizont entfernt.

Sie haben mich nicht nur unterhalten.
Sie haben mich begleitet.

Ich lese meistens abends im Bett,
wenn der Tag langsam zur Ruhe kommt.
Oder auf dem Sofa mit einer Tasse Tee.
Und wenn das Wetter es zulässt,
im Garten –
im Frühling, im Sommer, im Herbst.

Lesen ist für mich kein Zeitvertreib.

Es ist ein Rückzugsort.
Ein sicherer Raum.
Ein Stück Freiheit zwischen Seiten.

Und vielleicht ist genau dort –
zwischen Papier und Gedanken –
der Ort, an dem ich mir selbst am nächsten bin.

Wo Worte zu Licht werden.
🌙 Dies et Nox